Nähe

Wir haben festgestellt, dass es mit einer instabilen Persönlichkeitsstörung schwierig ist, Nähe zuzulassen. Wir können sie uns so sehr wünschen – und im gleichen Moment immer wieder ablehnen. Diese gegensätzliche Gefühlswelt erscheint für unsere Mitmenschen sehr verwirrend. Wenn uns unser Umfeld Hilfe anbieten möchte, schreit unser Inneres förmlich danach. Doch irgendetwas in uns blockiert uns – und wir sagen oder zeigen, dass wir diese Hilfe nicht benötigen, nicht wollen oder annehmen können.

NäheParadoxe Verhaltensweisen

 

Insbesondere in einer Beziehung kann diese Schwierigkeit häufig auftreten. Wenn wir traurig sind oder weinen, möchte uns unser Partner trösten. Wir wünschen uns die ganze Zeit, dass er zu uns kommt und uns in den Arm nimmt. Als er es tun will, können wir es kaum zulassen. Wir können uns kaum erklären, woran diese paradoxe Verhaltensweise liegt. Vielleicht können wir nicht damit umgehen, dass jemand für uns da ist, weil selten jemand für uns da war. Vielleicht können wir dem geschenkten Trost keinen Glauben schenken, weil das Leben es oft genug nicht ernst mit uns meinte. Vielleicht haben wir zu oft die Erfahrung gemacht, alles mit uns selbst ausmachen zu müssen. Vielleicht wissen wir einfach nicht, was Nähe bedeutet.

Ein Zwiespalt voller Anstrengung

 

Dieser Zwiespalt ist nicht nur für uns anstrengend, sondern auch für unseren Gegenüber. Wir lehnen liebevolle Gesten ab – das kann auch verletzend wirken. Nach einer gewissen Zeit löst sich unser Zustand und unsere Blockade. Wir können uns unseren Mitmenschen widmen und die Nähe auf einmal annehmen – das ist noch verwirrender. Was ist jetzt anders als zuvor? Wir haben keine Antwort.

Wenn jemand bereit ist, uns Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und das Gefühl von Zweisamkeit zu vermitteln, sollten wir uns dem gegenüber offen stellen. Schade nur, dass unsere belastete Seele es nicht so einfach kann – dabei sind diese Dinge doch das, was wir uns teilweise am meisten wünschen. Wir müssen unsere Sorgen, unsere Ängste und unsere Probleme nicht alleine durchstehen. Wir müssen erkennen können, ob uns jemand tatsächlich helfen mag. Es annehmen. Ganz gleich, welche innerlichen Blockaden sich uns in den Weg stellen. Wir müssen sie durchbrechen. Doch welche Kraft wir aufwenden müssen, um unsere Mauern zu zerstören, ist leider noch unbekannt.

Wenn auch Du eines dieser Gefühle oder gar gleich mehrere im Alltag wahrnehmen musst, kannst du gern einmal unter unsere Selbsthilfe schauen! Vielleicht gibt es einen Punkt, der dein Inneres schneller ausbalancieren kann!

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