Streitigkeiten

Wer mit einer instabilen Persönlichkeitsstörung eine Partnerschaft eingeht, wird wohl die ein oder anderen Streitigkeiten erleben müssen. Wenn unser Gegenüber nie die Erfahrung gemacht hat, wie es sich mit einem Mitmenschen lebt, der eine psychische Störung erleidet, kann dies einige Arbeit erfordern. Insbesondere die Kommunikation muss hierbei zwischen beiden Parteien stimmen – ansonsten können Missverständnisse immer wieder zu Problemen führen. Da sich dies vor allem in der Anfangsphase schwierig gestalten kann, muss sich nicht nur unser Partner in Geduld und Ruhe üben, sondern auch wir.

StreitigkeitenDie Wege zum Kompromiss

 

Auch für uns ist dies ein immens schwieriger Weg. Es gibt Momente, in denen wir das Gefühl verspüren, von unserem Partner nicht ernst genommen zu werden. Wir bilden uns ein, jede Äußerung würde auf die Krankheit zurückgeführt werden. Dieses Empfinden macht uns natürlich schon von Anfang an angreifbarer.


In jeder Beziehung gibt es Wünsche und Vorstellungen, die nicht immer aufeinander treffen. Doch dies zu äußern und eventuell auch Kompromisse zu finden, gelingt nur mit einem ruhigen Gespräch. Das ist oftmals gar nicht so leicht. Wir als Betroffene fühlen uns schnell verletzt, missverstanden oder untergraben. Das geschieht natürlich ganz ohne Absicht. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass wir unsere Gefühle aufgrund des gestörten Innenlebens nicht immer beherrschen oder kontrollieren können. Ruhe zu bewahren, auf den anderen einzugehen und durchdacht zu antworten, ist dann nicht nur für uns, sondern auch für unseren Lebensgefährten schwierig. So können alltägliche Situation in Sekundenschnelle zu Streitigkeiten führen.

Ein unaufhörliches Training

 

Starke Konflikte zu verhindern, erfordert kontinuierliches Training. Keineswegs kann man hierbei einen Schuldigen bestimmen! Weder der Erkrankte, der vielleicht Überreaktionen zeigt, in Tränen ausbricht oder sich missverstanden fühlt, noch der gesunde Gegenüber, der keine Ruhe vermittelt, genervt reagiert oder den Raum verlässt, lässt sich hierbei als Streithahn in den Vordergrund stellen. Es geht auch nicht zwingend um das Fehlverhalten – sondern darum, am Ende wieder zusammen zu finden und die Streitpunkte in einer sachlichen Diskussion aus dem Weg geräumt zu haben.


Um solch eine Kommunikationsweise aufzubauen, benötigt es wohl den richtigen Partner. Oftmals macht es keinen Sinn, seinen Standpunkt aggressiv zu verdeutlichen, Dinge ungefragt zu unterstellen oder kein Interesse an einer Klärung zu haben. Verständnis, Geduld und mehrmaliges Hinterfragen von beiden Seiten kann den Alltag hingegen harmonischer gestalten. Wir müssen den anderen verstehen wollen. Doch das erfordert von beiden Parteien viel Durchhaltevermögen.

Wenn auch Du diese Gefühle im Alltag wahrnehmen musst, kannst du gern einmal unter unsere Selbsthilfe schauen – vielleicht gibt es einen Punkt, der dein Inneres schneller ausbalancieren kann!

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