Schlagwort: Angststörung

Untreue

Wenn wir uns mit einer instabilen Persönlichkeitsstörung in einer Beziehung befinden, wollen wir sie oftmals um jeden Preis vermeiden: Untreue. Die Angst, den Partner oder die Partnerin verlieren zu können, ist meist stark ausgeprägt. Der große Wunsch, ehrliche Liebe und Treue zu erleben, wird gepaart mit ständigem Misstrauen und den schlimmsten Befürchtungen. Doch was wir von unserem Gegenüber erwarten, fällt uns manchmal selbst schwer – und hier kann es schnell paradox werden. So schmerzhaft die Untreue in unserer Vorstellung auch erscheint – sie kann uns selbst und unserer instabilen Psyche das geben, wonach wir uns sehnen: Aufmerksamkeit, Komplimente, Begehren und Leidenschaft.

Das ehrliche Eingeständnis der Untreue

 

Wir wünschen uns Treue und Loyalität von unserem Partner oder unserer Partnerin – und können der Untreue dennoch etwas für uns selbst abgewinnen. Der Beginn einer Affäre ist aufregend. Sie gibt uns und insbesondere unserem gestörten Innenleben ein scheinbar gutes Gefühl. Sie gibt uns das, was wir vielleicht nie hatten. Sie gibt uns das, wovon wir vielleicht nie genug bekommen. Sie fordert das ein, was wir einfordern wollen. Aufmerksamkeit und Komplimente von anderen Personen tun der instabilen Persönlichkeitsstörung gut – und das Verlangen, das Begehren und die leidenschaftlichen Gefühle, die außerhalb der Beziehung entwickelt werden, geben der Psyche ihre scheinbare Heilung. So wird die Untreue zu einem ehrlichen Eingeständnis unseres komplizierten Seelenlebens.

Untreue – nicht mit einer psychischen Erkrankung zu entschuldigen, aber zu erklären?

 

 

Wenn wir in der Untreue das suchen, was uns und der instabilen Psyche fehlt, werden wir es vielleicht finden. Doch das Verletzen, das Belügen und das Betrügen schenken unserer Seele auch schnell Schuldgefühle, Reue und Bedauern. Wovor wir in der Beziehung am meisten Angst haben, tun wir selbst – und wir wissen ganz genau, dass es mit unserer instabilen Persönlichkeitsstörung nicht zu entschuldigen ist.

Wir können das Fremdgehen nicht damit rechtfertigen, dass wir nie die Emotionen bekamen, die uns die Affären nun schenken. Das Fehlen von Anerkennung, Bestätigung, Begehren und schönen Worten hält als Initialzündung zum Betrügen her. Ob diese Erklärung aber als Bitte um Verzeihung akzeptiert wird, ist wohl individuell zu bestimmen. Der liebende Mensch, der sich auf der anderen Seite befindet, muss eigenständig entscheiden, ob unsere Erlebnisse zum Verständnis aufrufen. Schonungslos ehrlich ist für uns vor allem eins: Wenn er es tut, können wir die Untreue schnell zum Freifahrtschein machen. Wenn er es nicht tut, kann die Untreue vielleicht zur Lektion des Lebens werden, weil wir stetig alles verlieren.

 

Untreue in Treue umwandeln – an der richtigen Stelle suchen und finden

 

Wir bilden uns vielleicht sogar ein, dass die falsche Moral, die wir ausleben, gerecht und passend für uns ist. Erwarten wir von einem Menschen mit einer instabilen Persönlichkeitsstörung etwas anderes als solch ein Verhalten? Das schlechte Abbild von uns selbst kann uns in die Irre führen.

Die Gefühle, die uns beim Fremdgehen scheinbar gut tun, können wir an anderer Stelle suchen und finden. An der richtigen Stelle: Bei unserem Partner oder unserer Partnerin. Wir können mit unserem Gegenüber die Gefühle besprechen, die uns fehlen, die wir vermissen oder die wir brauchen. Doch auch wir sollten die Augen öffnen. Komplimente erkennen. Begehren zulassen. Leidenschaft entwickeln.

Wenn auch Du eines dieser Gefühle oder gar gleich mehrere im Alltag wahrnehmen musst, kannst du gern einmal unter unsere Selbsthilfe schauen: Vielleicht gibt es einen Punkt, der dein Inneres schneller ausbalancieren kann!

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Andauernde Müdigkeit

Müde von den Gedanken, müde von den Gefühlen, müde vom Leben – mit einer instabilen Persönlichkeitsstörung ist eine andauernde Müdigkeit oftmals ein treuer Begleiter. Hierbei ist ganz gleich, wie viele Stunden wir uns für einen erholsamen Schlaf gönnen – der Körper und die Psyche wirken nie ganz entspannt.

Das Gefühl der Erschöpfung kann durch die belastete Psyche hervorgerufen werden. Gedanken und Emotionen, die uns aktuell, seit mehreren Tagen, seit mehreren Wochen oder gar seit mehreren Monaten beschäftigen, werden in die Zeit, in der wir uns erholen sollten, übertragen. Die Unausgeglichenheiten im Kopf und in der Seele sorgen bereits beim Augen schließen dafür, dass wir nicht durch die eigentliche Müdigkeit einschlafen, sondern durch die Erschöpfung in der Gedanken- und Gefühlswelt. Unterbewusst hören Körper und Psyche nicht auf, weiter zu arbeiten – und das lässt uns weder entspannt noch erholt fühlen, sondern müde. 

Probleme mit in den Schlaf nehmen…

 

In der Wissenschaft spricht man nicht umsonst davon, dass wir in der Nacht unseren Tag oder unser Leben verarbeiten. Doch wenn unsere Seele vor dem zu Bett gehen nicht ausbalanciert ist, entstehen nicht nur gestörte Erholungsphasen, sondern auch Schlafstörungen und Albträume. Das ständige Aufwachen oder die erschreckenden Bilder lassen uns am Morgen wie gerädert fühlen. Diese Symptome sind wohl der Beweis dafür, dass Gedanken und Gefühle bei der beginnenden Ruhephase nicht abgeschlossen sind. Ängste und negative Emotionen werden mit in die Traumwelt genommen – und beim Aufwachen verstärkt, wenn wir an unsere nächtlichen Eingebungen, Visionen oder Phantasien denken. 

Der Tag danach gestaltet sich oftmals mit einer einhergehenden Erschöpfung. Ganz gleich, ob wir auf Arbeit sind, zuhause verweilen oder Unternehmungen anstreben. Die instabile Persönlichkeitsstörung wird demnach mit Müdigkeit untermalt – und alles wirkt noch anstrengender. Doch die ständig auftretende Zerschlagenheit heißt nicht automatisch, dass wir in der kommenden Nacht besser schlafen können…

Die Angst vor dem Schlafen…

 

Ja, die Angst vor dem Schlafen kann uns bei anhaltenden Schlafstörungen und insbesondere bei Albträumen verfolgen. Wir wollen uns in der Dunkelheit nicht mit unseren Gedanken und Gefühlen beschäftigen – und vor allem wollen wir sie nicht auf dramatische, traurige oder gar erschreckende Art und Weise visualisieren. Hier beginnt wohl der nächste Teufelskreis – die Angst vor dem Albtraum regt das Unterbewusstsein vielleicht genau dazu an, bestürzende Erlebnisse in der Schlafenszeit hervorzurufen. 

Die andauernde Müdigkeit verabschieden: Ruhephasen erzeugen und zulassen

 

Bei einer angeschlagenen Psyche ist es also gar nicht so einfach, abzuschalten und der Seele erholsame Stunden zu schenken – obwohl sie es so sehr benötigt. Wir müssen Rituale finden, die uns runterkommen lassen. Rituale, die uns ablenken und die uns in andere Welten schicken – Welten, die nichts mit unseren Problemen, Sorgen und Ängsten zu tun haben…

 

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Erwartungen

Mit Erwartungen sollte man stets vorsichtig sein. Eine instabile Persönlichkeit hat meistens eine perfektionistische Veranlagung, da die negativen Symptome des eigenen Krankheitsbildes übertrumpft werden müssen. Diese Forderungen stellen wir dann nicht nur uns selbst, sondern auch anderen. Insbesondere in einer Beziehung sollten die Erwartungen an uns und unserem Gegenüber gut durchdacht sein.

ErwartungenDer Wunsch nach dem perfekten Lebensabschnitt

Wenn wir jemanden gefunden haben, der uns vollständig akzeptiert, wollen wir die totale Perfektion erreichen. Alles, was im Leben und in der Liebe mit anderen Personen zuvor scheiterte, muss nun ein einziger Mensch kompensieren. Unsere Eltern schenkten uns keine Zuneigung – umso mehr wünschen wir uns diese von dieser einen Person. Unser Ex-Partner hat uns belogen und betrogen – umso mehr verlangen wir eine 100%ige Ehrlichkeit und viele Beweise der Treue. Bisher hat niemand mit uns unsere Interessen und Freizeitaktivitäten geteilt – umso mehr muss unser Lebensgefährte es tun. Diese Beispiele könnten wir noch weiter ausführen. Doch wie du siehst, herrscht überall ein schmaler Grad, wenn man etwas verlangt, etwas will und sich etwas wünscht.

Das kann uns bei Nichteinhaltung nicht nur dauerhaft enttäuschen, sondern auch unseren liebsten Mitmenschen einschränken. So wie wir ein spezielles Innenleben besitzen, hat auch unser Partner seine eigene Persönlichkeit. Sicherlich stellen wir diese Anforderungen nicht mit voller Absicht, jedoch sollte jeder Wunsch oder jede Vorstellung vorab durchdacht sein. Wir dürfen keine Denkweise in Schwarz und Weiß entwickeln: Wenn unser Gegenüber unsere Forderungen erfüllt, wird er hochgelebt – wenn er sie nicht erfüllt, stehen wir mit einer verachtenden Enttäuschung hinter ihm. Solch ein Zusammenleben ist mehr als ungesund und führt meist zu Streitigkeiten.

Diese Erwartungen zu unterbinden, ist aber oftmals gar nicht so leicht – eben weil wir sie auch an uns selbst haben. Oftmals haben wir in unserer Vergangenheit soviel erlebt oder vermisst, dass wir nun darauf hoffen, das unser neuer Lebensabschnitt all dies perfektionieren kann. Doch das wird sicherlich nicht funktionieren. Wir legen diese Last auf jemandes Schultern, welche all das höchstwahrscheinlich gar nicht tragen können. Vielmehr sollten wir mit den Kleinigkeiten zufrieden sein – denn auch so kann uns unser Gegenüber glücklich machen!

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Streitigkeiten

Wer mit einer instabilen Persönlichkeitsstörung eine Partnerschaft eingeht, wird wohl die ein oder anderen Streitigkeiten erleben müssen. Wenn unser Gegenüber nie die Erfahrung gemacht hat, wie es sich mit einem Mitmenschen lebt, der eine psychische Störung erleidet, kann dies einige Arbeit erfordern. Insbesondere die Kommunikation muss hierbei zwischen beiden Parteien stimmen – ansonsten können Missverständnisse immer wieder zu Problemen führen. Da sich dies vor allem in der Anfangsphase schwierig gestalten kann, muss sich nicht nur unser Partner in Geduld und Ruhe üben, sondern auch wir.

StreitigkeitenDie Wege zum Kompromiss

 

Auch für uns ist dies ein immens schwieriger Weg. Es gibt Momente, in denen wir das Gefühl verspüren, von unserem Partner nicht ernst genommen zu werden. Wir bilden uns ein, jede Äußerung würde auf die Krankheit zurückgeführt werden. Dieses Empfinden macht uns natürlich schon von Anfang an angreifbarer.


In jeder Beziehung gibt es Wünsche und Vorstellungen, die nicht immer aufeinander treffen. Doch dies zu äußern und eventuell auch Kompromisse zu finden, gelingt nur mit einem ruhigen Gespräch. Das ist oftmals gar nicht so leicht. Wir als Betroffene fühlen uns schnell verletzt, missverstanden oder untergraben. Das geschieht natürlich ganz ohne Absicht. Dennoch müssen wir uns eingestehen, dass wir unsere Gefühle aufgrund des gestörten Innenlebens nicht immer beherrschen oder kontrollieren können. Ruhe zu bewahren, auf den anderen einzugehen und durchdacht zu antworten, ist dann nicht nur für uns, sondern auch für unseren Lebensgefährten schwierig. So können alltägliche Situation in Sekundenschnelle zu Streitigkeiten führen.

Ein unaufhörliches Training

 

Starke Konflikte zu verhindern, erfordert kontinuierliches Training. Keineswegs kann man hierbei einen Schuldigen bestimmen! Weder der Erkrankte, der vielleicht Überreaktionen zeigt, in Tränen ausbricht oder sich missverstanden fühlt, noch der gesunde Gegenüber, der keine Ruhe vermittelt, genervt reagiert oder den Raum verlässt, lässt sich hierbei als Streithahn in den Vordergrund stellen. Es geht auch nicht zwingend um das Fehlverhalten – sondern darum, am Ende wieder zusammen zu finden und die Streitpunkte in einer sachlichen Diskussion aus dem Weg geräumt zu haben.


Um solch eine Kommunikationsweise aufzubauen, benötigt es wohl den richtigen Partner. Oftmals macht es keinen Sinn, seinen Standpunkt aggressiv zu verdeutlichen, Dinge ungefragt zu unterstellen oder kein Interesse an einer Klärung zu haben. Verständnis, Geduld und mehrmaliges Hinterfragen von beiden Seiten kann den Alltag hingegen harmonischer gestalten. Wir müssen den anderen verstehen wollen. Doch das erfordert von beiden Parteien viel Durchhaltevermögen.

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Nähe

Wir haben festgestellt, dass es mit einer instabilen Persönlichkeitsstörung schwierig ist, Nähe zuzulassen. Wir können sie uns so sehr wünschen – und im gleichen Moment immer wieder ablehnen. Diese gegensätzliche Gefühlswelt erscheint für unsere Mitmenschen sehr verwirrend. Wenn uns unser Umfeld Hilfe anbieten möchte, schreit unser Inneres förmlich danach. Doch irgendetwas in uns blockiert uns – und wir sagen oder zeigen, dass wir diese Hilfe nicht benötigen, nicht wollen oder annehmen können.

NäheParadoxe Verhaltensweisen

 

Insbesondere in einer Beziehung kann diese Schwierigkeit häufig auftreten. Wenn wir traurig sind oder weinen, möchte uns unser Partner trösten. Wir wünschen uns die ganze Zeit, dass er zu uns kommt und uns in den Arm nimmt. Als er es tun will, können wir es kaum zulassen. Wir können uns kaum erklären, woran diese paradoxe Verhaltensweise liegt. Vielleicht können wir nicht damit umgehen, dass jemand für uns da ist, weil selten jemand für uns da war. Vielleicht können wir dem geschenkten Trost keinen Glauben schenken, weil das Leben es oft genug nicht ernst mit uns meinte. Vielleicht haben wir zu oft die Erfahrung gemacht, alles mit uns selbst ausmachen zu müssen. Vielleicht wissen wir einfach nicht, was Nähe bedeutet.

Ein Zwiespalt voller Anstrengung

 

Dieser Zwiespalt ist nicht nur für uns anstrengend, sondern auch für unseren Gegenüber. Wir lehnen liebevolle Gesten ab – das kann auch verletzend wirken. Nach einer gewissen Zeit löst sich unser Zustand und unsere Blockade. Wir können uns unseren Mitmenschen widmen und die Nähe auf einmal annehmen – das ist noch verwirrender. Was ist jetzt anders als zuvor? Wir haben keine Antwort.

Wenn jemand bereit ist, uns Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und das Gefühl von Zweisamkeit zu vermitteln, sollten wir uns dem gegenüber offen stellen. Schade nur, dass unsere belastete Seele es nicht so einfach kann – dabei sind diese Dinge doch das, was wir uns teilweise am meisten wünschen. Wir müssen unsere Sorgen, unsere Ängste und unsere Probleme nicht alleine durchstehen. Wir müssen erkennen können, ob uns jemand tatsächlich helfen mag. Es annehmen. Ganz gleich, welche innerlichen Blockaden sich uns in den Weg stellen. Wir müssen sie durchbrechen. Doch welche Kraft wir aufwenden müssen, um unsere Mauern zu zerstören, ist leider noch unbekannt.

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Freiheiten

Jeder Mensch benötigt seine Freiheiten. Nur so kann man das eigene Ich genießen. Doch bei einer instabilen Persönlichkeitsstörung ist es gar nicht so einfach, dem Partner seinen Freiraum zu geben und auch zu gönnen. Wenn sich der geliebte Mensch im Alleingang befindet, steckt unser Kopf voller Angst und Zweifel. Doch Freiheiten zu geben bedeutet eben zu lieben – und deshalb müssen wir wohl einen Weg gehen, der uns selbst auch leiden lassen kann.

Wenn wir in unserer Beziehung jemanden gefunden haben, der uns vollständig akzeptiert und liebt, neigen wir dazu, zu sehr daran festzuhalten. Wir klammern uns an die wohltuende Liebe, an die schöne gemeinsame Zeit und an das Gefühl, dass wir nicht mehr allein sein müssen. Doch wir müssen allein sein können – und hier besteht Gefahr. Wenn unser Gegenüber uns mitteilt, dass er an einem bestimmten Tag etwas ohne uns geplant hat oder sich auch mit anderen Leuten trifft, entstehen die ersten Probleme beim Loslassen. Schon beim Zuhören dieser Information merken wir, dass wir im Inneren unruhig werden.

Wir wissen bereits vorher, wie wir uns an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit fühlen werden. Unsere Gedanken fangen an, sich im Kreis zu drehen. Wie sollen wir die freie Zeit allein verbringen? Wie können wir uns ablenken? Wird etwas Schlimmes passieren, wenn mein Partner das Haus verlässt? Hat er mit anderen Menschen mehr Spaß? Sieht er dann ein, dass er mich in seinem Leben gar nicht mehr benötigt? Lernt er eventuell andere Personen kennen, die interessanter für ihn sein könnten? All das beschäftigt uns. Meist schon von dem Tag an, an dem uns unser Partner seinen Weggang mitgeteilt hat – bis hin zu dem Punkt, an dem die Türe von außen zufällt.

So können unzählige Tage voller Leid vergehen. Wenn uns der Moment erreicht, an dem wir allein gelassen werden, kann schlagartig Traurigkeit, Angst, Panik oder auch Unruhe entstehen. Wir wissen einfach nicht, wohin mit uns – und wenn wir dann tatsächlich auf uns gestellt sind, wird es nur noch schlimmer.

Wir versuchen, uns die Zeit bis zum Wiederkommen zu vertreiben. Doch das Karussell der Gedanken dreht sich weiter. Wir machen Sport, wir lesen, wir gehen in die Natur – und trotzdem sind die Gefühle immer wieder da. Wir lassen uns von ihnen bestimmen – bis sie sich scheinbar in Luft auflösen, sobald unser liebster Mitmensch wieder in unserer Nähe ist. Nun beruhigt sich alles in uns – bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Szenario von Vorn beginnt! Diese Abhängigkeit schadet uns – das wissen wir. Trotzdem ist es unglaublich schwer, einen anderen Weg einzuschlagen. Einen Weg, der uns gut tut. Der uns nicht leiden lässt. Der uns zeigt, dass Freiheiten wichtig sind – nicht nur für unseren Partner, sondern auch für uns selbst. Ja, wir müssen lernen, etwas mit unserer Freiheit anfangen zu können. Sie genießen zu können.

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Misstrauen

Aus eigener Verfahrung können wir eines ganz klar sagen: Vertrauen zum Partner zu finden, fällt mit einer instabilen Persönlichkeitsstörung schwer. Das Misstrauen gegenüber eines geliebten Menschen liegt jedoch nicht einmal an seiner Verhaltensweise, seinem Charakter oder seiner geringen Liebesbeweise – ganz im Gegenteil! Wir können ihm nicht vertrauen, weil wir uns nicht vertrauen!

Das Misstrauen in uns selbst

 

Unser Partner schenkt uns täglich Aufmerksamkeit, macht uns Liebesgeständnisse, steht jederzeit hinter uns, akzeptiert unser SeelenChaos und beschäftigt sich auch nicht mit anderen Personen, die eventuell interessant für ein Abenteuer oder eine neue Beziehung sein könnten. Man merkt diesem Menschen die Treue an – und dennoch schaffen wir es nur schwer, unser Misstrauen abzulegen.

Diese Verhaltensweise ist eindeutig auf uns zurückzuführen! Wir können nicht glauben, dass uns eine Person aufrichtig und ehrlich liebt, weil wir uns durch unser Inneres oder auch Äußeres nicht liebenswert finden. Das eigene, negative Abbild bringt uns dazu, an der Loyalität des anderen zu zweifeln. Wir können nicht verstehen, warum dieser Jemand uns hübsch findet, unsere Macken akzeptiert und sogar schöne Seiten an uns entdeckt hat. Deshalb versinken wir in der Besorgnis, dass sich unser Gegenüber früher oder später sowieso von uns verabschiedet. Diese pessimistischen Grundgedanken sollen uns zudem vor einer Enttäuschung bewahren: Je weniger wir das große Glück erwartet haben, desto schmerzfreier wird die bereits geahnte Trennung. Zumindest läuft es so in der Theorie unseres Kopfes ab.

Der ständige Vergleich mit unseren Mitmenschen zerrt ebenfalls an unserem Glauben. Ob bei einem Treffen mit Freunden, im Berufsalltag oder auf der Straße: Wir finden immer jemanden, der besser, hübscher, lustiger, kommunikativer oder geeigneter für unseren Partner erscheint. So kann es mitunter auch passieren, dass wir das Glück, dass wir eigentlich bereits besitzen, gar nicht genießen können.

Handlungen und Folgen

 

Wenn wir dann einmal ohne unseren Partner verweilen, können schlagartig Angst – sowie Panikattacken verursacht werden. Was ist, wenn er jetzt im Alleingang feststellt, dass es ohne mich viel schöner ist? Was ist, wenn er gleich nach Hause kommt und sagt, dass er mich nicht mehr braucht? Diese Gedanken drehen unaufhörlich ihre Kreise – weil wir uns auch hier ins negative Licht stellen und uns vergleichen.

Neben den Problemen mit der eigenen Person können auch bereits gemachte Erfahrungen im negativen Bereich zu Misstrauen führen. Hierbei vergleichen wir nicht uns, sondern unseren Partner! Doch all das dürfen keine Gründe für undurchdachte Handlungen sein. Das Ausspionieren, die ständigen Kontrollfragen oder auch das heimliche Nachschauen im Handy des Partners sind keine geduldeten Lösungswege. Vielleicht versteht uns unser Partner beim ersten Vergehen oder akzeptiert das wiederholte Auftreten dieser Verhaltensweisen beim zweiten Mal – doch letztendlich katapultieren wir uns damit selbst ins Aus! Streitigkeiten gehören fortan zum Beziehungsalltag und lassen das ersehnte Glück schnell zersplittern.

So schwer es uns fällt: Selbstbeherrschung ist hierbei wohl das Zauberwort. Wir müssen für uns selbst erkennen und einsehen, dass auch wir zu den liebenswerten Menschen zählen. Trotz Persönlichkeitsstörung, trotz Macken, trotz Fehlverhalten und nicht vorhandener Modelmaße! Doch bis dahin müssen wir wohl einen steinigen und manchmal auch leidvollen Weg in Kauf nehmen.

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Beziehung

Auch eine instabile Persönlichkeitsstörung hat den Wunsch nach einer Beziehung. Jemanden an der Seite zu haben, der uns tatsächlich vollständig akzeptiert, ist ein verständlicher Wunsch. Insbesondere die Auffälligkeiten, die sich in unserer belasteten Seele zeigen, möchten hierbei Akzeptanz finden. Doch bei psychischen Störungen muss man wohl einen wirklich geeigneten Partner finden, der sich uns auch in schlechteren Zeiten annehmen mag.

Sich selbst Beziehungzeigen…

 

Wir selbst hatten bereits Partnerschaften, in denen wir unser Krankheitsbild erst gar nicht durchblicken lassen haben. Irgendwie wusste man, dass diese Beziehung nichts Ganzes und nichts Halbes ist – und sicherlich nicht die letzte sein wird. Dadurch hat man einige Verhaltensweisen von Anfang an unterdrückt oder heruntergespielt. Unser Gegenüber hat dann natürlich vielerlei verwirrende Verhaltensweisen entdeckt – doch nicht nur unsere, sondern auch die des Anderen waren letztendlich Grund für eine Trennung.

Es gab auch den Fall, dass unsere Lebensgefährten von unserem Innenleben wussten. Das Wissen allein darüber lässt die Beziehung jedoch nicht automatisch hochleben. Es gibt Menschen, die damit nicht umgehen können – und es gibt Menschen, die sich trotz unserer Mitteilung nicht mit diesem Krankheitsbild auseinandersetzen. Auch diese beiden Vorkommnisse lassen ein Zusammenleben nicht lange aufrecht erhalten.

Der Umgang mit einer unheilbaren Psyche

 

Wenn wir dann den richtigen Partner gefunden haben – und wir denken, so etwas ist zu spüren – sollte man mit Ehrlichkeit und Selbsteinsicht an die Sache herangehen. Wir sind wie wir sind. Oftmals machte uns unsere Kindheit, unsere Vergangenheit oder bestimmte Erlebnisse zu dem Menschen, der wir heute sind. Wir können unsere psychischen Krankheiten nicht heilen. Aber wir können lernen, mit ihnen umzugehen. Auch gemeinsam.

Insbesondere das Beschäftigen und Informieren über das Krankheitsbild sowie deren Symptomatiken ist ein wichtiger Punkt. So kann immerhin halbwegs verstanden werden, weshalb wir so sind, wie wir sind. Doch nicht nur unser Partner muss uns akzeptieren, sondern wir auch ihn! Der Umgang mit Nähe, Freiheiten, Misstrauen, Streitigkeiten und Erwartungen muss auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Da wir unsere Gefühlswelt nicht immer unter Kontrolle haben, ist dies ein langer Prozess. Wir müssen fähig sein, den anderen verstehen zu wollen. Ohne Vorurteile herangehen können. Weder Selbstvorwürfe noch Vorwürfe gegenüber unserem Mitmenschen sind vorteilhaft. Die Kommunikation sollte in Ruhe stattfinden. Kompromisse müssen gefunden werden. Ja, wir müssen ganz schön viel in einer Beziehung – insbesondere mit einer Persönlichkeitsstörung! Wir belasten fortan nicht mehr nur uns selbst, sondern auch eine weitere Person.

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Selbstzerstörung

Selbstzerstörung: Dieser Begriff klingt hart – und er ist es wohl auch. Oftmals nutzen wir diese Methode bewusst oder unbewusst, um Probleme, Verhaltensweisen oder Symptomatiken zu unterdrücken. Dass daraus leider neue Schwierigkeiten entstehen, ist für eine instabile Persönlichkeitsstörung die größte Gefahr. Doch so wirr es klingt: Diese Gefahr nehmen wir manchmal gerne in Kauf, um unsere inneren Leiden für einen kurzen Moment zu betäuben. Wir übermalen ungewollten Schmerz mit gewollten Schmerz – und setzen dabei einiges aufs Spiel.

Auf der Suche nach fatalen Betäubungsmitteln…

 

Selbstzerstörung kann sich bei instabilen Persönlichkeiten unterschiedlich zeigen. Exzessiver Alkohol- oder Drogenkonsum, selbstverletzendes Verhalten, Verweigerung von Nahrung oder auch das Erbrechen von Mahlzeiten können hierbei einen wesentlichen Platz einnehmen. Doch auch andere Verhaltensweisen, wie zum Beispiel das Sport treiben bis zur totalen Erschöpfung oder waghalsige Abenteuer können eine Problembewältigung unsererseits sein. Hauptsache, wir sind am Ende so fertig und kaputt, damit wir gar nichts anderes mehr fühlen können. Hauptsache, der eigentliche Schmerz wird durch andere Beschwerden ersetzt. Wir haben nie gelernt, mit unseren Problemen, Ängsten und Sorgen anders umzugehen – deshalb tun wir es auf diese Weise.

Das hat natürlich fatale Folgen für die eigene Person. Alkohol und Drogen machen abhängig und zerstören unseren Körper von innen, Schnittwunden verunstalten unser Äußeres, waghalsige Abenteuer können für lebenslange Verletzungen sorgen, Hungern und Erbrechen bedeutet zudem, unsere Organfähigkeit und unsere Nährstoffzufuhr auf ein gefährliches Minimum zu reduzieren. Doch bei einem Punkt treffen all diese Verhaltensmuster zusammen: Sie können tödlich enden.

Was wir zeigen ist nicht, was wir wollen…

 

Wenn man es sich dieser Gefahr bewusst macht, fragt man sich, wie stark das Seelenleben leiden musste oder gar noch leidet, um solche Wege zu wählen. Letztendlich wünschen wir uns nur eins: Dass der Schmerz aufhört. Vielleicht geht es gar nicht darum, den Freitod mit diesem Verhalten zu provozieren. Vielleicht geht es um ganz andere Dinge: Wir sehnen uns danach, nichts mehr zu fühlen. Anderes zu fühlen. Besseres zu fühlen. Gewisse Gefühle sollen uns egal werden. Dieses Etwas in uns soll uns nicht ständig den Boden unter den Füßen wegziehen. Wir wünschen eine andere Vergangenheit, andere Geschehnisse, andere Lebenssituationen. Wir möchten um Hilfe schreien – ohne direkt sagen zu wollen, was uns bedrückt.

Sicherlich sind dies die falschen Wege. Viele Mitmenschen werden uns dafür verurteilen, weil sie nur den Kopf schütteln und sich von uns abwenden, anstatt einmal mehr zu hinterfragen. Wir werden auch selbst viele neue Probleme erzeugen, die uns das Leben noch schwerer machen. Aber sicherlich ist es auch so, dass wir uns nach einer Lösung für unsere belastete Seele sehnen!

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Das eigene Abbild

Das eigene Abbild in korrekter Weise einzuschätzen, fällt uns mit einer psychischen Störung nicht leicht. Wir sehen Dinge in und an uns, die andere so gar nicht wahrnehmen! Die Ursachen hierfür können in der Familie sowie in der Erziehung liegen, oder aber auch an Mobbing und Kritik der Anderen.

In erster Linie dreht es sich hierbei sicherlich um das eigene Aussehen. Wir schauen in den Spiegel und sind sofort unzufrieden. Nicht nur mit dem Gewicht, sondern auch mit der Nase, dem Mund oder den Haaren. Daraufhin versuchen wir abzunehmen und die eigenen Kilos zu reduzieren. Sportliche Aktivitäten mit hoher Disziplin oder eine gesunde Ernährungsweise führen uns zum Ideal- oder manchmal leider auch Untergewicht.

Der Körper wird straffer und formt sich zu einem schönen Abbild. Nebenbei gehen wir zum Friseur, lassen uns die Haare modisch schneiden und bekommen eine trendige Farbe. Das eigene Badezimmer wird mit Kosmetika überrannt. Make-up, Mascara und Lippenstift für die Frauen, Pinzette, Rasierer und After-Shave für die Männer – und trotzdem stellt sich keine Besserung ein. Wir finden uns immer noch zu dick, zu unförmig, zu hässlich!


Auch die Komplimente und der Zuspruch von anderen Mitmenschen kann diese Ansicht nicht verdrängen. Es genügt einfach nicht. Wir werden von unserem Partner oder unserer Partnerin geliebt, für hübsch und sexy befunden – doch auch das genügt wieder einmal nicht.

Neben dem hohen Anspruch an unseren Äußerlichkeiten gibt es natürlich noch unseren Charakter. Mit einer psychischen Störung ist natürlich auch dieser nicht einwandfrei – zumindest in unserer gefangenen Gedankenwelt. Was ist, wenn andere unsere krankhaften Symptome bemerken? Wieso kann ich nicht so gelassen und kommunikativ wie die anderen sein? Letztendlich stimmt auch hier so rein gar nichts. Wir fangen beinahe an, uns selbst zu hassen.

Das kann natürlich gefährliche Auswirkungen haben. Der Selbsthass auf das eigene Gewicht treibt uns in die Magersucht, der Selbsthass auf das eigene Aussehen treibt uns zum Schönheitschirurgen oder lässt uns teure Kosmetika kaufen, der Selbsthass auf die eigene Persönlichkeit lässt uns zurückziehen und von anderen abwenden – alles mehr als ungesund. Das wissen wir – und trotzdem holen uns diese Gedanken immer wieder ein. Manchmal sogar so sehr, dass wir versuchen, diese Ansichten mit einer Selbstzerstörung zu unterbinden. Nahrungsverweigerung, Erbrechen, Alkohol, Drogen oder gar die intensive Selbstverletzung lassen uns die negative Gedankenwelt verdrängen – und schon entstehen neue Probleme!

Es ist gar nicht so einfach, aus diesem Sog der Gedanken zu entkommen. Eine Selbstzufriedenheit zu erschaffen, kann Jahre dauern! Psychotherapeuten, aber auch das eigene Ich müssen sich darum bemühen, ein positives Abbild in den Kopf zu bekommen.

Ein paar Kilos zu viel zu haben, ist in Ordnung.

Nicht sportlich zu sein, macht mich nicht weniger schön.

Kein Make-up zu tragen, definiert mich nicht als unschöne Frau.

Keine Muskeln zu haben, macht mich nicht weniger männlich.

Krankhafte Störungen und Macken zu haben, wurde leider in meiner Vergangenheit bestimmt.

Wenn wir diese Sätze aussprechen, fühlen wir uns sofort unwohl. Es passt einfach nicht zusammen: Ich und schön? Niemals. Weder von innen noch von außen. So zu denken, macht uns selbst traurig. Wir würden uns gerne anders sehen, aber wir können es nicht. Wir möchten stolz auf uns sein, wir möchten uns nicht mit anderen vergleichen, wir möchten uns hübsch finden, wir möchten essen können, was uns schmeckt – wenn sich diese Wünsche auf unsere Gedanken übertragen könnten, wären wir ein zufriedener und wohl auch glücklicher Mensch.

Wenn auch Du eines dieser Gefühle oder gar mehrere im Alltag wahrnehmen musst, kannst du gern einmal unter unsere Selbsthilfe schauen – vielleicht gibt es einen Punkt, der dein Inneres schneller ausbalancieren kann!

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